Weiterführende Hinweise zu den Datengrundlagen

Die Weisse Liste verwendet vorrangig die Informationen aus den sogenannten strukturierten Qualitätsberichten der Krankenhäuser gemäß § 136b Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SGB V. Demnach sind alle nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäuser verpflichtet jährlich einen strukturierten Qualitätsbericht zu veröffentlichen. In der Weissen Liste werden alle Krankenhäuser aufgeführt, die gemäß der Regelungen zum Qualitätsbericht der Krankenhäuser einen Qualitätsbericht eingereicht haben und vom Gemeinsamen Bundesausschuss in seinen Datenbeständen aufgeführt werden. Hinweis: Einzelne Kliniken sind nicht nach § 108 SGB V zugelassen. In diesen Kliniken können sich gesetzlich Versicherte nicht oder nur eingeschränkt zu Lasten ihrer Krankenkasse behandeln lassen. Dies sollte im Vorfeld der Behandlung mit der Klinik geklärt werden. Die Qualitätsberichte 2016 bilden die aktuelle Datengrundlage. Die Vereinbarungen zum Inhalt und Umfang dieser Berichte finden Sie unter www.g-ba.de. Wir weisen darauf hin, dass es neben den nach § 108 SGB V zugelassenen Krankenhäusern auch andere Kliniken gibt, in denen gesetzlich versicherte Patienten behandelt werden. Dies ist jedoch im Einzelfall mit der Klinik und der jeweiligen Krankenkasse zu klären.

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die strukturierten Qualitätsberichte der jeweiligen Krankenhäuser auf Selbstangaben basieren. Dabei ist nicht auszuschließen, dass die Krankenhäuser Formvorgaben zum Ausfüllen der Qualitätsberichte nicht eingehalten, bestimmte Angebote nicht ausgewiesen oder versehentlich falsche Angaben gemacht haben. Eine Überprüfung der Angaben der Krankenhäuser durch die Weisse Liste erfolgt nicht. Sollte Ihnen ein Fehler in den Qualitätsdaten auffallen, können Sie ihn in unserem eigens hierzu eingerichteten Kontaktformular melden.

Die Qualitätsberichte werden in der Weissen Liste in Verbindung mit anderen Erkenntnisquellen genutzt, z. B. Zusatzinformationen der Krankenhäuser, Ergebnisse aus Patientenbefragungen (siehe unten) oder redaktionelle Aktualisierungen durch den Krankenhaus-Support. Die dargestellten Ergebnisse sind daher keine 1:1-Wiedergabe der Krankenhaus-Qualitätsberichte. Eine 1:1-Darstellung der PDF-Versionen der Berichte finden Sie ebenfalls unter www.g-ba.de.

Die Hauptdiagnosen nach ICD-10, die Prozeduren nach OPS sowie die ambulanten Operationen nach § 115b SGB V (nach OPS), die für die einzelnen Fachabteilungen/Organisationseinheiten im Datenbestand geführt werden, umfassen 100 Prozent aller ICD-Ziffern (vierstellig) bzw. OPS-Ziffern (endstellig) und deren Häufigkeit; aus Datenschutzgründen sind keine Fallzahlen kleiner 4 Fälle angegeben. In der Weissen Liste werden die auf den Behandlungswunsch bezogenen Fallzahlen in der Regel auf Ebene der ICD-Ziffern bzw. der OPS-Ziffern auch endstellig ausgewiesen. Hierfür werden die Fallzahlen der zugeordneten tieferstelligen ICD- und OPS-Ziffern aufaddiert. Für die Ziffern, bei denen aus Datenschutzgründen keine Fallzahlen kleiner 4 Fälle angegeben wurden, wird im Ersatz mit einer Fallzahl = 1 gerechnet. Insofern besteht die Möglichkeit, dass von einer Fachabteilung/Organisationseinheit oder von einem Krankenhaus gegebenenfalls mehr Fälle mit der jeweiligen Hauptdiagnose behandelt oder mehr Prozeduren erbracht worden sind, als die Weisse Liste ausweist. Hierauf wird durch die Anmerkung "Ausgewiesen ist die Mindestanzahl behandelter Fälle oder durchgeführter Untersuchungen und Behandlungen pro Jahr" hingewiesen.

Zudem beruhen die in diesem Absatz bezeichneten Qualitätsdaten, die in der Weissen Liste dargestellt werden, auf Kennzahlen, die – zur Verbesserung der Nutzerorientierung – auf Basis der Qualitätsberichte berechnet wurden. So werden etwa im Schritt "Untersuchungs- und Behandlungsverfahren" die Leistungsmengen einer oder mehrerer (gegebenenfalls auch endstelliger) OPS-Ziffern, die dem jeweiligen Untersuchungs- und Behandlungsverfahren zugeordnet sind, aufaddiert. Im Schritt "Personelle Ausstattung" werden die als Vollzeitäquivalente mitgeteilten Angaben aus den strukturierten Qualitätsberichten in Relation zu den Fallzahlen des Krankenhauses und der Fachabteilungen / Organisationseinheiten gesetzt. Dabei bleibt die von den Krankenhäusern durchgeführte (passende) Zuordnung des ärztlichen und pflegerischen Personals, das in der direkten Patientenversorgung tätig ist, jedoch in keiner eigenen Organisationseinheit / Fachabteilung dargestellt wird, unberührt. Einzelnen Krankenhäusern war es nicht möglich, ihr Personal auch den einzelnen Fachabteilungen / Organisationseinheiten zuzuordnen.

In der Ergebnisliste der Krankenhaussuche zeigt die Weisse Liste unter der Bezeichnung „Behandlungsrelevante Ausstattung“ wie viele der als wünschenswert festgelegten Ausstattungsmerkmale auch tatsächlich in jedem der Krankenhäuser vorhanden sind. Für jeden Behandlungsanlass ist individuell festgelegt, welche Ausstattung ein Krankenhaus vorhalten sollte. Die Auswahl der jeweiligen Merkmale orientiert sich – soweit vorhanden – an den Vorgaben medizinischer Leitlinien. Der Erfüllungsgrad wird in der Dimension „Behandlungsrelevante Ausstattung“ in einem Kreisdiagramm sowie als absolutes Ergebnis angezeigt. Welche Merkmale im Detail geprüft wurden, wird über eine Auswahl unter "Details anzeigen" angezeigt. Der jeweilige Grad der Ausstattung ist kein alleiniger Garant für ein gutes oder weniger gutes Behandlungsergebnis.

Patientenbefragung mit dem Patients’ Experience Questionnaire (Patientenzufriedenheit)

Zudem fließen in die Weisse Liste Ergebnisse aus Patientenbefragungen mit dem sogenannten Patients’ Experience Questionnaire (PEQ) und dem eigens für die Geburtshilfe entwickelten Fragebogen PEQ-Geburt ein. Der PEQ ist ein standardisierter Kurzfragebogen, der von der Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem ehemaligen Schweizer "Verein Outcome" entwickelt wurde. Seit November 2011 befragen AOKs und BARMER bundesweit Versicherte zu den Erfahrungen, die diese während ihres Krankenhausaufenthaltes gemacht haben. In Sachsen-Anhalt befragt nur die BARMER ihre Versicherten. Seit Anfang 2014 werden zudem weibliche Versicherte mit dem PEQ-Geburt Fragebogen zu ihren Erfahrungen mit einer stationären Entbindung angeschrieben; die Ergebnisse zur Patientenzufriedenheit zu Geburten werden seit August 2017 bundesweit im Portal dargestellt. In den Regionen Rheinland, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt werden nur Versicherte der BARMER befragt.

Weitere Informationen finden Sie in den Details zur Versichertenbefragung.

QSR-Verfahren der AOK

Grundlage der Qualitätsmessung im QSR-Verfahren der AOK sind anonymisierte Routinedaten der AOK. Dazu gehören Diagnosen und Prozeduren (ICD und OPS), die von den Krankenhäusern zur Abrechnung eines Krankenhausfalls übermittelt werden. Angaben zum Überleben der Patienten werden den Versichertenstammdaten entnommen. Patienten, die eine ähnliche Untersuchung oder Behandlung in diesem QSR-Leistungsbereich in einem bestimmten Vorjahreszeitraum hatten, werden ausgeschlossen. Für den Leistungsbereich therapeutischer Herzkatheter (PCI) bei Patienten ohne Herzinfarkt werden hierfür auch Untersuchungen und Behandlungen berücksichtigt, die vor dem Krankenhausaufenthalt in der Praxis eines niedergelassenen Arztes vorgenommen wurden. Die individuellen Behandlungsverläufe werden somit durch den Vorjahresausschluss, den dreijährigen Berichtszeitraum und einem einjährigen Nachbeobachtungszeitraum über insgesamt mindestens fünf Jahre verfolgt. Es werden nur Ergebnisse ausgewiesen, wenn mindestens 30 AOK-Patienten in dem entsprechenden Krankenhaus im relevanten QSR-Leistungsbereich und Berichtszeitraum untersucht bzw. behandelt wurden, um die statistische Verlässlichkeit der Ergebnisse zu erhöhen. Die analysierten Daten sind zusätzlich anonymisiert; ein Rückschluss auf einzelne Patienten ist nicht möglich.

Ausführliche Informationen zum QSR-Verfahren erhalten Sie unter www.qualitaetssicherung-mit-routinedaten.de

Hinweis: Die Informationen im AOK-Krankenhausnavigator auf Basis der Weissen Liste über Behandlungsergebnisse der Krankenhäuser aus dem QSR-Verfahren der AOK sollen und können ärztliche Beratungen im konkreten Einzelfall keinesfalls ersetzen. Es handelt sich insoweit um Zusatzinformationen, die ergänzend für Gespräche mit den behandelnden Ärzten genutzt werden können. Da die Einschätzungen zur Behandlungsqualität auf einer statistischen Methodik basieren, ist es zwar wahrscheinlich, dass diese zutreffend sind, jedoch kann dies grundsätzlich nicht garantiert werden. Beachten Sie, dass sich die Bewertungen immer nur auf die angegebenen QSR-Leistungsbereiche beziehen. Für Komplikationen bzw. Folgeeingriffe nach Entlassung aus dem Krankenhaus können neben der Krankenhausuntersuchung bzw. -behandlung auch andere Faktoren eine Rolle spielen.

Endoprothesenregister Deutschland (EPRD)

Die Informationen über die Teilnahme von Kliniken am Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) werden vom EPRD der BARMER GEK sowie der AOK zur Verfügung gestellt. Sie sind urheberrechtlich geschützt. Die Bereitstellung der Informationen erfolgt zum persönlichen, privaten und nicht-kommerziellen Gebrauch. Weitergehende Nutzungen sind nur mit Genehmigung des Endoprothesenregisters Deutschland erlaubt. Für die Richtigkeit der Angaben und die methodische Güte ist die Weisse Liste nicht verantwortlich.

Die Teilnahme einer Klinik bestimmt sich nach einem vom EPRD durchgeführten Soll-Ist-Abgleich der von der Klink durchgeführten Zahl der Operationen (Fällen) zu den tatsächlich an das EPRD gelieferten Datensätzen. Das Soll wird auf der Basis der im Vorjahr vom Krankenhaus mit den teilnehmenden Krankenkassen abgerechneten Fälle festgelegt. Die Datenübermittlung des Krankenhauses im laufenden Jahr bildet das Ist, das mit dem zuvor beschriebenen Soll abgeglichen wird. Die Teilnahme wird bestätigt, wenn die übermittelten Datensätze des Krankenhauses in jedem Monat

 a. im ersten Jahr der Teilnahme 50% des SOLL-Wertes und
 b. ab dem zweiten Jahr der Teilnahme 80% des SOLL-Wertes erreichen.

Das Register ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ärzten, Kliniken, Krankenkassen und Industrie, das die Qualität der Versorgung mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken weiter verbessern und die Zahl der unnötigen Wechseloperationen senken soll.

Ausführliche Informationen zum Endoprothesenregister Deutschland erhalten Sie unter www.eprd.de.